Gedenken an den Völkermord in Ruanda

Im April 1994 begannen in Ruanda zahlreiche Gewaltakte, die im Völkermord an nahezu einer Million Menschen gipfelten. Bei den Opfern handelte es sich um Angehörige der ethnischen Minorität der Tutsi sowie um moderate Hutu. Die Aufarbeitung der damaligen Taten dauert bis heute an.

In tiefer Trauer und Betroffenheit gedenkt GPENreformation zum 25. Jahrestag den schrecklichen Ereignissen in Ruanda, die das Leben so vieler Brüder und Schwester beendet, verändert und für immer geprägt haben.

 

„Anlässlich des 25. Gedenkens an den Völkermord an den Tutsi im April 1994 in Ruanda möchte ich allen Überlebenden dieses Völkermords meine tiefe Trauer mitteilen. Ich erinnere mich besonders an all die Menschen, die in den Schulen entweder protestantisch oder katholisch waren; die hofften, eine Familie als Brüder und Schwestern in Jesus Christus zu gründen, die aber – ganz im Gegenteil – in dieser Zeit unschuldig getötet wurden, einfach weil sie zur tutsischen Volksgruppe gehörten.

Heute möchte ich allen Überlebenden dieses Völkermords für ihre Ausdauer, Widerstandsfähigkeit und Hoffnung danken, die sie auf dem Weg der Versöhnung und des Wiederaufbaus unseres Landes Ruanda gezeigt haben. Als Direktor des Nationalen Büros für Evangelische Bildung bitte ich alle Bildungsakteure, sich mit Körpern und Seelen zu erheben, individuell und gemeinsam in Worten und Taten das „Nie wieder“ zu predigen. Lasst uns dazu beitragen, dass über unsere protestantischen Schulen die jungen Generationen über die Geschichte des Völkermords aufgeklärt werden und gemeinsam ihr Engagement für eine bessere Zukunft auf der Grundlage der Liebe, der Achtung des Rechts auf Leben anderer, der Erfüllung und des sozialen Wohlergehens jedes Menschen in Ruanda und in der Welt suchen.“

Pastor Samuel Mutabazi
Direktor des BNEP und Mitglied des Rates von GPENreformation/Ruanda

 

„Sehr geehrte Mitglieder von GPENreformation,
Sehr geehrte Botschafterinnen und Botschafter.

Vielen Dank, dass Sie sich uns in diesen für jeden Ruandesen sehr schwierigen Momenten anschließen.
Wir gedenken des 25. Jahres des Völkermords an den Tutsi in Ruanda im Jahr 1994, einer wahrhaft tragischen Zeit, in der mehr als eine Million Menschen in Ruanda ihr Leben unschuldig verloren. Oft ist es für uns schwierig, dieses Ereignis jemandem zu erklären, der in dieser Zeit nicht in Ruanda war. Es waren die Ruandesen, die die Ruandesen getötet haben; und es waren auch die Ruandesen, die diesen Holocaust stoppten. Das Land war dunkel und unhaltbar geworden, und die Folgen waren so vielfältig, dass sie nicht mehr repariert werden konnten.
Glücklicherweise sind dank guter Regierungsführung und guter Politik der Einheit und der nationalen Aussöhnung, die das Land seit damals kennt, neue Strukturen vorhanden.
Darüber hinaus bekämpfen wir Armut und Unwissenheit. So hoffen wir, dass die Mitgliedschaft in GPENreformation und der Reformation, die bereits seit der Gründung unseres Landes gelebt wird, uns sicher helfen werden, die Option auf ein „Nie wieder“ in Ruanda und auf der ganzen Welt sowie alle protestantischen Werte in unseren jeweiligen Schulen zu stärken.

Die Kultur des Friedens ist zu unserem Motto geworden, besonders in unseren evangelischen Schulen, die Mitglieder von GPENreformation sind und sich an der Reformation beteiligen.
Viele Grüße aus Ruanda.“

Daniel Barekayo
Groupe Scolaire Karengera-Gitwa/Ruanda

 

„Der Völkermord hat unser Land gelähmt, und wir erinnern uns gemeinsam an unsere geliebten Verwandten, Freunde, Eltern, Brüder und Schwestern, die gestorben sind. Natürlich sind wir sehr verwundet, aber wir sind nicht verzweifelt. Gott ist auf unserer Seite. Wir sind tatsächlich Zeugen der Gegenwart der Kraft des Heiligen Geistes unter uns, während wir den 25. Jahrestag des Gedenkens an den Völkermord an Tutsi im Jahr 1994 in Ruanda begehen…

Vielen Dank für Euren Trost…“

Rev Emmanuel Mugiraneza
Kigali Anglican Theological College/Ruanda

 

Sehr geehrte Botschafter,

Möge der Friede Gottes mit euch allen sein. Vielen Dank, dass Sie Teil der Ruandesen sind, die dem 25. Jahrestag des Völkermords an Tutsi gedenken, bei dem mehr als eine Million Menschen starben. Wie Sie bereits erwähnt haben, forderte der Völkermord von 1994 das Leben unschuldiger Menschen, aber auch hier wurde das Ereignis durch den Schmerz dieses schrecklichen Holocaust zur Grundlage für eine gewaltige Veränderung im Leben des Landes. Das Land ist nicht mehr Sklave seiner Vergangenheit, sondern schreitet mit einem Gefühl des Staunens durch die Gegenwart in Richtung einer großartigen Zukunft. Das Land nutzt die Vergangenheit, um Lektionen für eine brillante Zukunft zu lernen. Die Zukunft mit einer Führung, die sich auf den Nutzen ihrer Bürger konzentriert, die Zukunft mit der gleichen Philosophie, die den Frieden statt Konflikte fördert, die Zukunft, die den ruandischen Bürgern sagt, dass sie nur das bekommen, wofür sie schwitzen werden. Ermutigende harte Arbeit und ein Gefühl der Selbstgenügsamkeit. Mit dieser Richtung haben die Ruandesen ihr Leben durch Versöhnung, Umstrukturierung, Renovierung und Wiedererlangung ihrer Identität schrittweise wieder aufgebaut. Der Weg ist noch lang und mit vielen Ablenkungen gestückt, aber mit Gott und guter Führung sind alle Dinge möglich.
In Partnerschaft mit GPENreformation stärken gemeinsame Ideen den Charakter unserer evangelischen Schulen weltweit und können als Katalysator für die Herausforderungen dienen, denen wir alle begegnen, so dass der Staub, der unsere Schulen umgibt, das Gold, das Gott in unseren protestantischen Schulen geweiht hat, herausdrückt.

Vielen Dank für die gute Arbeit beim Aufbau des Reiches Gottes in unseren Schulen.

Segen!

Charity Birungi
Muhabura Integrated Polytechnic College (MIPC/Shyira)/Rwanda